Royal Blue war eines der ersten Bücher, die ich auf Bookstagram gesehen habe. Ich habe dann den Klappentext gelesen und es klang wirklich gut. Trotzdem habe ich es bis vor zwei Wochen nicht gelesen. In der Bücherei gab es das Buch nicht, ich kannte niemanden, der*die es mir hätte leihen können und in den Buchhandlungen in meiner Nähe hatten sie es nie auf Lage (und ich habe mich lieber für ein anderes Buch entschieden, auf das ich nicht erst warten musste, statt Royal Blue zu bestellen, ups …) Doch dann, vor exakt 13 Tagen, stand ich in einer riesigen Buchhandlung und endeckte es (hier bitte dramatische Musik unterlegen)!!! Zuerst war ich einfach nur glücklich. Aber nun stellt sich natürlich die Frage: Hat sich das Warten gelohnt?


Worum geht es?

Schon seit Jahren herrscht eine mehr oder minder unterschwellige Feindschaft zwischen Alex Claremont-Diaz, dem Sohn der Präsidentin der USA, und Henry, dem britischen Thronfolger. Bei einem Hochzeitsbesuch Alex’ in England eskaliert das Ganze und die beiden müssen eine Scheinfreundschaft inszenieren, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Aber was geschieht, wenn diese gestellte Freundschaft nicht nur zu einer richtigen wird, sondern sogar zu mehr? Und wie wirkt sich das auf die Wiederwahl von Alex’ Mutter und den Ruf des Königshauses aus?


Meine Meinung:

In Royal Blue kleben bei mir genau 34 bunte Post-its. Soll ich mehr dazu schreiben?

Naja, ich mache es einfach mal. Diese große Anzahl an Klebezettelchen, mit denen ich mir unterschiedlichste Szenen und Zitate markiert habe, bedeutet nämlich nichts anderes, als dass ich dieses Buch einfach nur geliebt habe. Wieso? Das erzähle ich jetzt der Reihe nach.

Zuerst mal ist es einfach so, dass ich den Trope Enemies to Lovers sehr gerne mag. Ich weiß nicht, aber er macht das Ganze irgendwie spannender. Versteht das jemand? So oder so, diese Tatsache hat Royal Blue auf jeden Fall schon einen großen Pluspunkt von mir eingebracht. Zwar hätte der “Enemies-Part” vielleicht etwas länger sein können, aber so wurde mehr und länger auf die eigentliche Beziehung eingegangen, was ich auch immer wichtig und gut finde. (Ist das jetzt ein Spoiler? Naja, wahrscheinlich nicht. Es ist eine Liebesgeschichte, dass die zwei irgendwie zusammenkommen, war also wahrscheinlich allen klar. Und falls nicht, dann sorry, hehe …)

Besagte Beziehung war berührend dargestellt. Manche Szenen waren objektiv betrachtet zwar relativ kitschig, hier hat mich dieser Kitsch aber fast überhaupt nicht gestört. Manchmal wirkte nicht alles ganz authentisch, das ist vielleicht ein kleiner Kritikpunkt. Aber der Teil, der nicht komplett authentisch war, war trotzdem besonders und schön. (Zumindest meistens, einmal habe ich auch geheult, das war weniger schön, eher traurig. Aber die traurigen Szenen sind dementsprechen auch lobenswert.)

Der enorme Druck, der auf den Hauptpersonen und auch auf vielen Nebencharakteren lastet, wurde verständlich und mitreißend beschrieben. Im Übrigen war das auch der Grund für meine Tränen.

Abgesehen von den schönen und traurigen Elementen, war Royal Blue aber auch sehr witzig. (Ich sage nur: Kollernde Truthähne um drei Uhr nachts. Was das heißen soll? Lest das Buch! 😉 ) Ich habe oft geschmunzelt und manchmal sogar richtig gelacht.

Meistens waren die Charakteren übrigens der Grund dafür. Damit meine ich nicht nur Henry und Alex, die ich allerdings beide geliebt habe und die tolle Protagonisten waren, sondern auch die Nebencharaktere. June, Nora, Bea, Zahra und so viele andere habe ich in mein Herz geschlossen. Ich habe sie unfassbar lieb gewonnen. Wieso kann ich nicht noch mehr Lesestunden mit ihnen verbringen??? Wieso kann aus Royal Blue keine Reihe werden?????
Bea hat mich, vor allem was ihre Beziehung zu ihrem Bruder angeht, übrigens ein wenig an Tori Spring aus Solitaire beziehungsweise Heartstopper erinnert. Nur mal so, als unnötige Information.

Dieses Buch spielt – falls das jemanden interessiert – im Übrigen in einer fiktiven Kürzlichen Vergangenheit, falls es so einen Ausdruck überhaupt gibt, was ich bezweifle (also vor ungefähr ein bis zwei Jahren). Dort ist nicht Trump Präsident der USA, wie es ja wirklich der Fall war, sondern eben Alex’ Mutter. Also handelt es sich wohl um eine bessere Welt …
Aber gut, was ich eigentlich sagen will, ist, dass es durch das Präsidentinnensein (das ist ein Wort, ja … glaube ich) von Ella Claremont eben auch zum Teil um US-amerikanische Ploitik geht, womit ich mich ehrlich gesagt nicht allzu gut auskenne. Deswegen war ich manchmal ein wenig verwirrt, ein großes Problem stellte das aber auch nicht dar.

Das Ende war dann mehr oder weniger (eher mehr als weniger) perfekt und irgendwie auch sehr episch. Hier mal meine große Liebe dafür: <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3
Ok, ok, ich höre ja auf …

Mein Fazit:

Ich liebe Royal Blue, kann es jedem*r nur empfehlen und naja .. das Übliche halt. Lest es einfach! Tolle Charaktere, Witz, Spannung, Emotionen, … genial. Leeeeeeest es, bitte! Ich vergebe zwar “nur” 4,5 von 5 Teetassen, weil die Beziehung nicht immer zu 100% authentisch war und vor allem, weil es irgendwie sogar Bücher gibt, die mir noch mehr gefallen haben (genau kann ich zwar auch nicht erklären, wie das möglich ist, aber gut) und ich deswegen noch Platz nach oben lassen muss. Aber ich freue mich trotzdem schon riesig darauf, Royal Blue irgendwann zu rereaden, wenn mein SuB das zulässt (wahrscheinlich also erst in meinem nächsten Leben).


Informationen zum Buch:

Titel: Royal Blue

Originaltitel: Red, White & Royal Blue

Autorin: Casey McQuiston

Übersetzung: Hannah Brosch

Seitenzahl: 464

ISBN: 3426526158

Verlag: Knaur HC


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