Heute schreibe ich wieder eine Rezension zu einem Buch, dass auf allen möglichen Plattformen gehypt wird. Also, wirklich gehypt. Ich habe zwar schon Bücher gesehen, die öfter gezeigt werden, aber eigentlich noch nie eines, das so wenig bis eigentlich gar keine Kritik abbekommen hat, wie Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte. Stellt sich jetzt aber die Frage: Ist dieses ganze Lob berechtigt?


Klappentext:

Linus Baker ist ein vorbildlicher Beamter. Seit Jahrzehnten arbeitet er in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Nie war er auch nur einen Tag krank, und das Regelwerk der Behörde ist seine Gute-Nacht-Lektüre. Linus’ eintöniges Dasein ändert sich schlagartig, als er auf eine geheime Mission geschickt wird. Er soll das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus’, das sich auf einer abgelegenen Insel befindet, genauer unter die Lupe nehmen. Kaum dort angekommen, stellt Linus fest, dass Mr. Parnassus’ Schützlinge eher etwas speziell sind – einer von ihnen ist möglicherweise sogar der Sohn des Teufels! In diesem Heim kommt Linus mit seinem Regelwerk und seiner Vorliebe für Vorschriften nicht weit, das merkt er schnell. Eher widerwillig lässt er sich auf dieses magische Abenteuer ein, das ihn auf der Insel erwartet, und erfährt dabei die größte Überraschung seines Lebens … (Quelle: penguinrandomhouse.de)


Meine Meinung:

Zuerst möchte ich kurz betonen, wie wunderschön das Cover dieses Buches ist. Die Farben und der Zeichenstil passen einfach zu einhundert Prozent zum Inhalt und übermitteln vor allem auch die Stimmung. Des weiteren passt natürlich auch das, was abgebildet ist, also die Klippe mit dem darauf stehenden Haus und dem Ozean, zur Geschichte. Folglich ist für mich schon allein das Äußere des Romans ein absolutes Highlight.

Jetzt aber zum Wichtigesten: Der Geschichte an sich. Die ist nämlich auch wunderschön. Sie beginnt etwas traurig beziehungsweise deprimierend und diese Stimmung hat mich auch wirklich runtergezogen. Aber dann ändert sich einiges in Linus’ Leben. Und genau diese Veränderung ist eines der Dinge, die ich am allermeisten an Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte liebe. Es wirkt alles authentisch. Linus dabei zu beobachten, wie er immer mehr zu sich selbst und zu den Leuten, die gut für ihn sind, findet, hat mit mehr als einmal ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Die sonstige Handlung ist nicht unbedingt spannend (zumindest größtenteils nicht). Aber die Spannung habe ich auch nicht vermisst. Hätte es die ganze Zeit riesige Plot-Twists gegeben, dann hätte das in Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte wahrscheinlich eher gestört. Trotzdem passieren natürlich einige Dinge und vorhersehbar ist das Buch auch nicht. Doch es ist auf eine langsame und eher entspannte Art packend, die auch nochmal sehr besonders ist. Die Spannung war im Übrigen auch überhaupt nicht notwendig, um mich an das Buch zu fesseln.

Denn das haben schon alle anderen Elemente der Geschichte geschafft. Ganz besonders die Charaktere sind einfach nur phänomenal. Ich liebe den Protagonisten, ich liebe Arthur (auch bekannt als Mr. Parnassus), Zoe, Helen, Calliope und natürlich die Kinder! Und ich bin mir eigentlich zu einhundert Prozent sicher, dass alle anderen, die dieses Buch gelesen haben, lesen oder lesen werden, sie auch ganz schnell in ihr Herz geschlossen haben, schließen oder schließen werden. Diese Charaktere sind alle einfach etwas ganz Besonderes. Nicht perfekt aber irgendwie auch schon.

Der Erzählstil ist übrigens auch toll. Er ist wirklich angenehm zu lesen und vor allem sehr witzig. Ich musste oft schmunzeln und manchmal richtig breit grinsen. Außerdem ist fast jeder zweite Satz ein wunderschönes Zitat, das man sich eingerahmt an die Wand hängen könnte. Und das, ohne irgendwie gedrängt und vollgestopft oder erzwungen zu wirken. Ich denke, wenn es einem mal nicht so gut geht, dann kann dieses Buch auch gut dabei helfen, die Stimmung zu heben.

Im Übrigen habe ich für das Buch relativ lange gebraucht – für meine Verhältnisse. Das lag aber defitinitiv nicht daran, dass es zeitweise langweilig war. Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte ist nur einfach keine Geschichte, die man innerhalb von wenigen Tagen verschlingt. Stattdessen fand ich es sehr schön, langsam und gemächlich zu lesen und jede Seite zu genießen.

Das Ende von Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte habe ich –  wie alles andere auch – geliebt. Es ist süß und schön und hat mich auch etwas traurig gemacht, weil ich meine geliebten Charaktere und diese ganz besondere Insel nicht verlassen wollte. Vor allem der letzte Punkt zeichnet oft ein tolles Buch aus.

Mein Fazit:

Ich denke, man hat gut aus meiner Rezension herauslesen können, dass ich keinen einzigen Kritikpunkt habe. Ich vergebe 5 von 5 Teetassen, wenn nicht sogar ein bisschen mehr. Ich kann also nur empfehlen, dieses Buch zu lesen, denn in meinen Augen ist es einfach perfekt. Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Geschichte, die das Herz jeder*jedes Leser*in berühren wird.


Informationen zum Buch:

Titel: Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte

Autor: T. J. Klune

Übersetzung: Charlotte Lungstrass-Kapfer

Seitenzahl: 476

Verlag: Heyne

ISBN: 3453321367

Meine Altersempfehlung: ab 12 Jahre


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