Lenis Buchblog

“Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann” von Kerstin Gier

Es gibt wohl kaum eine*n Jugendbuchautor*in, der*die so bekannt und beliebt ist wie Kerstin Gier. Die Mischung aus Fantasie, Spannung, Liebe und Humor gefallen vielen Leser*innen. Ich persönlich bin auch ein großer Fan von Kerstin Giers Jugendromanen und als ich erfahren habe, dass Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann erscheint, musste ich es natürlich sofort haben. Glücklicherweise ist es dann nicht erstmal für ein paar Monate auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegen geblieben. Stattdessen habe ich das Buch zusammen mit Alicia vom Instagramaccount reading.girll gelesen. Und eines kann ich auf jeden Fall sagen: Der Buddyread war toll. Doch konnte mich der Roman selbst ebenfalls überzeugen?


Klappentext:

Quinn ist cool, smart und beliebt. Matilda entstammt der verhassten Nachbarsfamilie, hat eine Vorliebe für Fantasyromane und ist definitiv nicht sein Typ. Doch als Quinn eines Nachts von gruseligen Wesen verfolgt und schwer verletzt wird, sieht er Dinge, die nicht von dieser Welt sein können. Nur – wem kann man sich anvertrauen, wenn Statuen plötzlich in schlechten Reimen sprechen und Skelettschädel einem vertraulich zugrinsen? Am besten dem Mädchen von gegenüber, das einem total egal ist. Dass er und Matilda in ein magisches Abenteuer voller Gefahren katapultiert werden, war von Quinn so allerdings nicht geplant. Und noch viel weniger, sich unsterblich zu verlieben … (Quelle: www.fischerverlage.de)


Meine Meinung:

Man kann sich vielleicht denken, dass ich mit ziemlich hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen bin. Dementsprechend hätte ich natürlich auch leicht enttäuscht werden können … wurde ich aber nicht. Denn Kerstin Gier hat es auch mit diesem Werk wieder einmal geschafft, mich zu verzaubern und in den Bann einer neuen fantastischen Welt zu ziehen, so kitschig das jetzt auch klingen mag.

In die Geschichte hineinzufinden, ist mir nicht wirklich schwer gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach flüssig und fesselnd und man fliegt richtig durch die Seiten. Obwohl ich ziemlich lange verwirrt war und es genau genommen auch immer noch bin, hat das der Freude am Lesen und dem Suchtfaktor keinen Abbruch getan.
Die Verwirrung liegt vor allem daran, dass das Magiesystem sehr besonders ist und viele Geheimnisse birgt. In diesem ersten Band der Trilogie wird man als Leser*in ja erst in die Welt eingeführt, weshalb das große Unwissen der Lesenden ja auch gewollt ist. Mit der Zeit wurde alles etwas klarer, doch natürlich gibt es immer noch vieles, was ich absolut nicht verstehe, weshalb ich definitiv schon sehr gespannt auf Band zwei und drei bin.

Die Idee hinter allem mag ich auch sehr gerne. Viel kann ich dazu nicht sagen, da das spoilern würde, aber wie geschrieben: Es ist eine besondere Welt. Mit Logik lässt sich der Weltenaufbau nicht immer begründen, zumindest wüsste ich manchmal nicht, wie. Doch obwohl mich das zu Anfang etwas gestört hat, finde ich es mittlerweile wirklich schön. Denn es hängen trotzdem viele Dinge zusammen, es gibt spannende Intrigen (durch die ich zwar noch nicht wirklich durchblicke, aber das kommt hoffentlich noch) und immer wieder Neues zu entdecken.

Dabei fehlt es natürlich auch nicht an Kerstin Giers berühmtem Humor. Vor allem die Kapitel aus Matildas Sicht (die Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Protagonist*innen erzählt), haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Mit der Zeit kam das aber auch bei Quinn.
Insgesamt gab es in der Edelstein- und der Silber-Trilogie vielleicht noch etwas mehr zu lachen, aber hier fehlt es daran defintiv auch nicht.

So, jetzt noch zu den Charakteren. Quinn mochte ich zu Beginn nicht wirklich. Er war mir zu eingebildet und nicht wirklich sympathisch. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr konnte ich mich in ihn hineinversetzen und mochte ihn auch immer mehr. Zum Schluss hatte ich ihn dann wirklich liebgewonnen, auch wenn Matilda mein Lieblingscharakter bleibt.
Sie mochte ich nämlich von Anfang an. Sie ist witzig, schlau, hat ihren eigenen Kopf und ist einfach nett. Ihre (zumindest anfangs) ungesunde Veliebtheit fand ich vielleicht etwas nervig, da ich es in der Regel einfach nicht mag, wenn eine Person komplett für eine andere schwärmt, während diese sie dann kaum beachtet, aber hier hat das zumindest nicht groß gestört.
Die Nebencharaktere waren teilweise sehr zwielichtig, teilweise vollkommen unsympathisch, teilweise nett und größtenteils einfach witzig. Matildas Familie zum Beispiel mochte ich überhaupt nicht (Julie und Berenike ausgenommen), aber lustig war sie auf jeden Fall.
Insgesamt sind die Personen hier vielleicht nicht immer voll authentisch, aber das erwarte ich bei Kerstin Giers Büchern auch nicht. Stattdessen bringen sie mich einfach zum Lachen, und dass, obwohl es ja schon eine spannende Haupthandlung gibt. Und das ist wohl auch der Punkt, denn ich an den Jugendromanen der Autorin so sehr liebe.

Im Übrigen gab es auch immer wieder Referenzen zu den anderen Jugendbüchern von Kerstin Gier. Beispielsweise den Wasserspeier oder auch einfach Matildas Familie, die mich sehr an die von Gwen aus Rubinrot erinnert. Das versteht man dann natürlich nur, wenn man besagte Reihen auch kennt, weshalb es wohl sinnvoll wäre, sie zuerst zu lesen. Aber an sich ist Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann der Auftakt einer eigenständigen Reihe.

Okay, an sich wäre ich jetzt auch fertig. Eine Sache muss aber noch erwähnt werden: Nämlich, wie unglaublich phänomenal wunderschön dieses Buch ist. Sowohl mit, als auch ohne Schutzumschlag. Innen und Außen. Es ist einfach perfekt und eines der schönsten Bücher, die ich je gesehen habe. Allein das Aussehen des Ganzen ist den Kauf meiner Meinung nach defintiv wert!

Mein Fazit:

Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann ist ein wirklich schönes und magisches Buch, das meinen Erwartungen definitiv gerecht werden konnte. Der neue Jugendroman von Kerstin Gier bekommt von mir viereinhalb Teetassen, da für mich noch der Funke zu den fünf Tassen fehlt, das Ganze aber trotzdem eine große Leseempfehlung für alle Jugendbuch- und Romantasy-Fans ist.


Informationen zum Buch:

Titel: Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann

Autorin: Kerstin Gier

Seitenzahl: 478

Verlag: Fischer

Reihe: Vergissmeinnicht / Band 1

ISBN: 3949465006

meine Altersempfehlung: ab 13 Jahre


Disclaimer:

Die Rechte am abgebildeten Buchcover liegen beim Verlag

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  1. Hallo Leni!
    Ich finde generell, dass Kerstin Gier die Familien ihrer Protagonisten immer total gut und witzig beschreibt! Klingt auf jeden Fall lesenswert. Ich werde aber noch auf die anderen Bände warten. Ich wäre zu ungeduldig und unzufrieden 🙂
    LG, Tala

    • reading_leni

      Ja, das ist verständlich … Aber wenn ein Buch von einem*einer meiner Lieblingsautor*innen erscheint oder ich mich aus einem anderen Grund sehr darauf freue, dann habe ich nicht die Geduld, noch zu warten, bis die ganze Reihe erscheint. Blöd nur, dass ich aber Ende trotzdem auf die nächsten Teile warten muss, hehe …

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