Lenis Buchblog

„Loveless“ von Alice Oseman

Hallo Bücherfreund*innen und Teeliebhaber*innen,
nach meinen Schwärmereien zu Nick and Charlie und Solitaire (die zugegebenermaßen schon etwas länger her sind) ist wohl klar, dass ich ein ziemlicher Fan von Alice Oseman bin. Umso tragischer, dass es so lange gedauert hat, bis ich endlich nach Loveless gegriffen habe. Von diesem Buch hört und sieht man zurzeit ja so einiges, daher dachte ich, schließe ich mich auch einfach mal an und erzähle euch, wie ich Georgias Geschichte denn so fand.


Worum geht es?

Uni: Für Georgia heißt das neue Freund*innen, die typischen Erfahrungen, die jede*r Student*in einmal machen muss und vor allem: die erste (und bestenfalls auch große) Liebe finden. Oder etwas doch nicht? Abgesehen davon, das Georgia unerwarteterweise eine ihr fremde Zimmernachbarin zugewiesen bekommt, was so gar nicht zu dem eher schüchternen und introvertierten Mädchen passt, klappt auch der Rest ihrer Liste nicht so ganz. Statt neuen Freund*innen streitet sie sich mit ihren alten, statt spannenden Uni-Abenteuern dreht sich in ihrem Kopf alles um diesen einen Gedanken: Liebe. Wieso hat sie sich noch nicht verliebt? Wieso gibt es niemanden, den sie attraktiv findet? Was ist falsch mit ihr?


Meine Meinung:

Ehrlich gesagt fiel mir der Einstieg in Loveless relativ schwer. Dabei liegt das absolut nicht an den Charakteren (über die ich später noch ausgiebig schwärmen werde), sondern an der Story an sich. Einen konkreten Kritikpunkt kann ich hier gar nicht nennen, aber catchen konnte mich die Geschichte einfach nicht – zumindest auf den ersten ca. 100 Seiten. Es war spannend, mit Geogia und ihren Freund*innen an ihrer Uni anzukommen, neue Menschen und Orte kennenzulernen, ebenso wie Georgia selbst. Trotzdem fehlte mir zunächst irgendetwas.
Vielleicht war es die Fixiertheit von Georgias gesamtem Umfeld inklusive ihr selbst auf romantische Liebe, die ich zu Anfang etwas nervtötend fand. Vielleicht war es auch der Fakt, dass man die (unfassbar genialen) Charaktere zu Beginn noch kaum kennt und so noch nicht liebgewonnen hat, sodass es wenig Anderes gab, was mich an das Buch fesseln konnte. Ich bin mir nicht sicher, aber dieser eher fade Einstieg bleibt nun auch mein einziger tatsächlicher Kritikpunkt.

Denn allgemein mochte ich Loveless wirklich, wirklich gerne! Wie bereits angerissen sind daran vor allem die Figuren Schuld, die Alice Oseman hier erschaffen hat. Obwohl ich ja zunächst nicht so begeistert davon war, dass nicht nur ihre Mitmenschen, sondern auch Georgia selbst wirklich sehr auf romantische Liebe fixiert sind, weiß ich gar nicht, ob das so unauthentisch ist. Denn dadurch, dass sie in unserer Gesellschaft eine wirklich überdimensionale Rolle spielt, wird die Protagonistin einfach sehr unter Druck gesetzt. Wie schlecht das für sie, ebenso wie für ihr Umfeld ist, kann man ja sehen … Insgesamt mochte ich Georgia als Hauptperson hier aber definitiv! In vielen Dingen ist sie mir recht ähnlich, wodurch ich mich gut mit ihr identifizieren konnte. Das finde ich vor alle bei Jugendbüchern ja immer besonders schön. Doch auch, wenn man eine vollkommen andere Art hat als Georgia, wird man sie schnell in sein*ihr Herz schließen, da bin ich sicher. Obwohl sie definitiv Fehler macht, sieht sie das ein, reflektiert, findet mehr zu sich selbst. Okay, das klingt möglicherweise ein wenig „abgedroschen“, aber für mich ist es eigentlich genau das, was eine*n tolle*n Protagonist*in (oder Charakter allgemein) ausmacht.

Genauso toll sind aber auch die Nebenfiguren. Pip, Jason, Sunil, Rooney: Diese vier sind einfach absolut tolle Personen. Alle anders, alle einzigartig, alle sympathisch, authentisch, liebenswürdig, humorvoll etc. Ich könnte diese Liste voller Lobpreisungen (Ich wollte dieses Wort schon immer mal verwenden!) noch ewig weiterführen. Denn obwohl natürlich auch diese vier, ebenso wie so ziemlich jeder Charakter in diesem Buch (und in der Realität) Fehler machen, sind sie einfach toll. Wieso?
Okay, das habe ich vielleicht schon mit der obigen Aufzählung begründet, aber allgemein ist es einfach so: Alice Oseman hat in Loveless – mal wieder – absolut realistische, vielfältige, tiefgründige, … – ups, das wird schon wieder eine Aufzählung – Lieblings-, ebenso wie Wohlfühlcharaktere erschaffen. ICH WILL AUCH SO EINE FREUNDESGRUPPE!!!!

Zuletzt noch kurz zum Schreibstil: Der ist sehr flüssig und dadurch wirklich packend, auch wenn es die Story zu Anfang noch nicht ist. Ich dachte mir irgendwann nur noch: „Ach komm, noch einen Satz, noch eine halbe Seite, noch ein Kapitel …“ – Ja, ihr könnt euch wohl vorstellen, wie das ausgeht.
Dieser realitätsnahe und einfache Erzählstil zeigt wohl auch ganz gut, wie perfekt Loveless auch für diejenigen ist, die noch nichts bis wenig auf Englisch gelesen haben. (Ich dagegen bin ja beinahe Native Speaker – *pustet sich ein imaginäres Staubkorn von der Schuler*) Falls ihr wirklich nicht auf Englisch lesen möchtet, dann ist das Buch ja mittlerweile auch schon auf Deutsch erschienen. Da ich Bücher aber auch mal ganz gerne in Originalsprache lese, kann ich auch die englische Ausgabe sehr empfehlen.

Mein Fazit:

Mit Loveless hat mich Alice Oseman definitiv nicht enttäuscht. Ein Highlight ist es nicht geworden, trotzdem ist es eine tolle Geschichte, egal ob zum Reflektieren und Nachdenken oder zum Wohlfühlen und Sich-zuhause-Fühlen. Insgesamt vergebe ich viereinhalb Teetassen.


Informationen zum Buch:

Titel: Loveless

Autor*in: Alice Oseman

Verlag: Scholastic

ISBN: 133875193X

Preis US-Edition: 20,49 €

Preis UK-Edition: 10,49 €

Preis deutsches Buch: 14,95 €

Meine Altersempehlung: ab 13 Jahre


Disclaimer:

Die Rechte am abgebildeten Buchcover liegen beim Verlag.

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  1. Wie unterschiedlich sind bitte die Preise😂?
    Und aaaahhhh ich sehe das halt genau so wie du, der Anfang ist nervig, aber das Buch ist sooooooooooooooooooooooooo grandios!😍🤩😍🤩

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